Pheromone als Karrierefaktor

Pheromone und KarriereNicht nur für Tiere scheinen Pheromone ein gesellschaftlich wichtiger Faktor zu sein, sondern möglicherweise auch in unserer beruflichen Laufbahn, wie Untersuchungen nahelegen. Kann das vielleicht erklären, warum Frauen so selten in Vorständen zu finden sind?
Nachdem Pheromone in der Tierwelt intensiv untersucht wurden, finden sich vermehrt Produkte, die diese Stoffe beinhalten. Diese Produkte sollen das menschliche Zusammenleben und Verhalten beeinflussen, nicht zuletzt, und das ist die große Hoffnung, die Partnerwahl. Seit längerer Zeit wurden Pheromone in der Tierwelt untersucht, wo sie als sogenannte Primer-Pheromone oder Releasing-Pheromone agieren können. Im letzteren Fall dienen die Stoffe als Kommunikationsmittel, die zu einer rasanten Verhaltensänderung führen, im ersten Fall ist der Effekt auf Artgenossen eher langfristig – man denke an die Königinsubstanz der Biene, die die Bildung der Eierstöcke ihrer untergebenen Arbeiterinnen unterdrückt.

Wahrnehmung von Pheromonen mittels Rezeptoren

Viele Tiere, so auch der Mensch, besitzen ein spezielles Organ, das Jacobson-Organ, das sich neben der Nasenhöhle befindet, um Pheromone zu detektieren. Im Gegensatz zu normalen Gerüchen werden Pheromone nicht bewusst gerochen und ändern somit unbewusst das Verhalten. Der Mensch besitzt ebenfalls ein solches Jacobson-Organ, jedoch ist dies laut Meinungen mehrerer Forscher nicht an der Wahrnehmung von Pheromonen beteiligt. Hanns Hatt, ein bekannter Geruchsforscher, der an der Ruhr-Universität Bochum tätig ist, erklärt, dass durch die fehlende Flüssigkeit und fehlende Sinneszellen im Jacobson-Organ des Menschen die Funktionsfähigkeit nicht gewährleistet ist. Jedoch schließe dies die Wahrnehmung von Pheromonen nicht aus, da auch andere Mitglieder des Tierreiches kein solches Organ besitzen, jedoch die Stoffe detektieren können. Die Rezeptoren für diese Stoffe befinden sich auf der Riechschleimhaut im Inneren der Nase. Die Wirkung ist hierbei konzentrationsabhängig. Interagiert eine hohe Konzentration von Geruchsmolekülen mit den Rezeptoren, nimmt der Mensch einen Geruch war, liegt die Konzentration niedriger und treten eine bestimmte Art von Molekülen auf, so schlagen spezielle Pheromonrezeptoren an, jedoch ohne, dass ein Geruch wahrgenommen wird.

Auswirkungen auf das Verhalten

Der Forscher Hans Hatt zeigte mit Kollegen, dass ein bestimmtes Molekül mit dem Namen Hedion Auswirkungen auf den Menschen besitzt. Dieses Molekül, das im Jasmin vorkommt, sorgte dafür, dass Studienteilnehmer signifikant größeres Vertrauen bei Belohnungsspielen zeigten. Im Gegensatz dazu zeigten die Teilnehmer vermehrt Misstrauen in Situationen die Bestrafung als Thema hatten. Auch Interpretationen von alltäglicheren Situationen, man stelle sich vor, zwei Personen treffen aufeinander, eine davon stark verschwitzt, wird wohl durch Pheromone gesteuert. Intuitiv ist klar, ob das Gegenüber durch sportliche Aktivitäten transpirierte oder durch eine bedrohliche Situation.

Wie sieht es bei der Partnerwahl aus?

Bei Fragen des Einflusses auf die Partnerwahl und das Sexualverhalten gehen die Ergebnisse und Meinungen der Forscher auseinander. Studien zeigten, dass Männer den Achsel- und Vaginalgeruch von Frauen, die kurz vor dem Eisprung stehen, als attraktiver empfinden als nach dem Eisprung. Jedoch ist unklar, ob diese Änderung direkt durch Pheromone gesteuert wird oder durch andere Prozesse. Manche Unternehmen haben diese ersten Hinweise etwas unkritischer aufgenommen und einen Markt von Lockstoffen geschaffen, die die Attraktivität und Partnerwahl zum Gunsten ihrer Kunden beeinflussen. Auf www.pheromon-test.com werden solche Pheromonparfums Praxistests unterzogen und gezeigt, welche Ergebnisse sich durch die Anwendung erzielen lassen.

Zudem erfreuen sich Pheromon-Partys immer größerer Beliebtheit. Hierbei werden T-Shirts, die über einen längeren Zeitraum getragen wurden, mit möglichen Partnern ausgetauscht, die anhand der Wahrnehmung ausgewählt werden. Studien mit Mäusen haben gezeigt, dass sich Mäuse mit unterschiedlichem Immunsystem sehr gut wahrnehmen können. Jedoch besitzt der Mensch, statt der über 300 Maus-Pheromonrezeptoren lediglich fünf Pheromonrezeptoren. Die Sinnhaftigkeit wird deshalb von Pheromonforschern angezweifelt.

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